Ein Wort zur Krankensalbung
Ist einer von euch krank? Dann rufe er die Ältesten der Gemeinde zu sich; sie mögen Gebete über ihn sprechen und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben. Das gläubige Gebet wird den Kranken
helfen, und der Herr wird ihn aufrichten. (Jak 5,14. 15 a)
Das Leben kennt nicht nur Sonnentage. Gerade dann, wenn jemand krank ist oder gebrechlich wird, stellt sich für sie/ihn oft ganz neu die Frage nach dem Sinn des
Lebens. „Was hat mein Leben für einen Sinn, wenn ich nicht mehr sein kann, wer ich sein will, wenn ich nicht mehr tun kann, was ich möchte, weil ich krank oder alt bin?“ Gerade in
solchen Momenten erfährt ein Mensch oft schmerzvoll seine Gebrechlichkeit, ja seine „Gebrochenheit“, er spürt, dass er Hilfe braucht - von seinem Mitmenschen, aber auch von Gott.
Die Krankensalbung spricht einem Menschen zu, dass er nicht allein gelassen ist, dass er immer und überall von Gottes
Liebe getragen ist: „Gott helfe dir in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei in der Kraft des Heiligen Geistes; der Herr, der dich von deinen Sünden befreit, rette dich, in seiner Gnade richte
er dich auf.“ Dies setzt natürlich voraus, dass der Empfänger des Sakraments dafür „disponiert" ist, also bewusst und selbst nach der Krankensalbung verlangt („dann rufe er die
Ältesten"). Der Empfang eines Sakraments ist nicht passive Hinnahme, sondern gewollter Dialog mit Gott! Einem bereits Bewusstlosen kann das Sakrament daher nur „bedingungsweise"
gespendet werden, das heisst, seine Seele ist dafür bereit und willens, sein Begehren nach der Krankensalbung ist in seiner Lebensgeschichte verankert und Anwesende (Verwandte) bürgen dafür! Denn
gegen seinen Willen kann keinem ein Handeln Dritter und schon gar nicht ein Sakrament der Kirche aufgezwungen werden!
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